Was ist der Unterschied zwischen einem Text, einer Handschrift und einem Schriftwerk?

Ein Text ist eine Schreibeinheit. Es kann eine Hymne, ein Vertrag oder eine Inschrift auf einer Tonscherbe sein. Eine Handschrift/Manuskript ist ein physisches Objekt, die materielle Formeines aufgezeichneten Textes. Nur ca. ein Dutzend der Schriftrollen aus den Qumran-Höhlen wurden als vollständige Schriftrollen geborgen. Die meisten Handschriften sind nur in Fragmenten erhalten. Wissenschaftler haben diese Fragmente auf der Grundlage ihrer physischen Merkmale, der Form, des Inhalts und der Schriftart sortiert, um, soweit möglich, die ursprünglichen Manuskripte zu rekonstruieren. Jede der Handschriften der Schriftrollen vom Toten Meer ist einzigartig, selbst dann, wenn ihr Inhalt in mehreren Handschriften bezeugt ist. Eine literarisches Werk ist ein spezielles literarisches oder dokumentarisches Gebilde, wie z.B. die Genesis oder eine Verkaufsurkunde, das in einer Handschrift festgehalten wurde. Ein solches Werk kann in einer einzigen oder in mehreren Kopien vorliegen.

Wie sind die Texte gekennzeichnet?

Jede Handschrift wird mit Hilfe eine Nummer (Signatur).
gekennzeichnet. Zum Beispiel steht die Nummer 4Q41 für Handschrift Nr. 41 aus Höhle 4 (4 = Höhle 4; Q= Qumran; 41 = Handschrift Nr. 41 aus Qumranhöhle 4).

Wo es den Wissenschaftlern möglich war, das Werk, das in einer Handschrift vorlag, zu identifizieren, ordneten sie der Schrift einen Titel zu. Gewöhnlich erscheint der Titel der Handschrift in abgekürzter Form. Zum Beispiel wird 4Q41 üblicherweise als 4QDeutn bezeichnet: 4Q bezieht sich auf den Fundort (Qumran-Höhle 4); Deut weist auf den Titel des Schriftstücks hin (Deuteronomium); und das hochgestellte n bedeutet, dass es die 14. Kopie (oder Handschrift) dieses Schriftwerks aus Höhle 4 ist.

4Q41
4QFundort (Qumran Höhle 4 )
41die 41. Handschrift aus der Höhle

4QDeutn
4Qlocation (Qumran Cave 4 )
Deutabgekürzter Titel (Deuteronomium)
n14. Kopie der Komposition (Deuteronomium) aus der Höhle 4

Was sind Platten?

In den 1950er Jahren verbrachten Wissenschaftler viele Jahre damit, die Fragmente der Schriftrollen vom Toten Meer auf Platten anhand der jeweiligen Handschrift an- und umzuordnen. Die identifizierten und geordneten Fragmente wurden dann fotografiert und katalogisiert. Man dokumentierte den Prozess der aufeinanderfolgenden Anordnungen auf Infrarot-Fotografien im Laufe der 1950er Jahre. Diese Aufnahmen werden als PAM (Palestine Archaeological Museum, heute: das Rockfeller-Museum)-Negative bezeichnet und sind von 40.059 bis 44.361 nummeriert.

Heute werden die Fragmente auf über 1.200 Platten in dem klimakontrollierten Tresorraum der IAA aufbewahrt. Jede dieser Platten wird zunächst abgebildet, um die Fragmente aufzuzeichnen. Nach der Abbildung werden mithilfe des Spectral-Imaging-Systems 58 Bilder von jedem Fragment erstellt: 28 Bilder recto (von der Vorderseite), 28 Bilder verso (von der Rückseite) und zwei zusätzliche Aufnahmen, die als Farbbilder vom System erzeugt werden. Die Website zeigt zur Zeit die Aufnahme von der Platte und zwei Spektralbilder pro Fragment: das am besten lesbare schwarz-weiße Infrarotbild und ein Mischfarben-Bild, das durch das Spectral-Imaging-System erzeugt wurden.

Woher stammen die Nummern der Fragmente auf den Bildern?

Die Nummern der Fragmente, die auf dieser Website verwendet werden, stammen von dem IAA Imaging-System, das den Fragmenten auf jeder Platte automatisch Nummern zuordnet, die sich an der Reihenfolge orientiert, in der die Bilder aufgenommen werden. Diese vom System erzeugten Nummern sind neu. Im Gegensatz zur bisherigen Konvention, die Fragmente nach den Handschriften zu nummerieren, erfolgt die Nummerierung auf dieser Website nun nach der jeweiligen Platte.

Die Schriftrollen aus den Qumran-Höhlen wurden in der 40-bändigen Reihe „Discoveries in the Judaean Desert” (DJD) veröffentlicht. Darin sind die Texte gemäß ihrer Signatur und dem Titel angeordnet. Jedem Fragment wird eine Nummer innerhalb einer Handschrift zugewiesen, auch wenn sich Fragmente aus derselben Handschrift auf verschiedenen Platten befinden. Wenn Wissenschaftler auf publizierte Schriftrollen aus Qumran verweisen, verwenden sie die Signatur und/oder den Titel der Handschrift, die DJD-Nummer des Fragments und die Spaltennummern des jeweiligen Abschnitts der Handschrift, die sie zitieren.

Im Rahmen des Digitalisierungsprojekts verknüpft die IAA die neuen Fragmentennummern mit den DJD-Notationen.In künftigen Versionen dieser Website wird diese Information für den Benutzer bereitgestellt werden.

Welche Imaging-Technik wird verwendet?

Es gibt drei Haupttypen von Abbildungen auf dieser Website: 1) Scans der Infrarot-Negative, die in den 1950er Jahren aufgenommen wurden, 2) neue Infrarot-Aufnahmen und 3) neue Vollspektrum-Farbbilder. Die neuen Infrarot-Aufnahmen wurden in dem IAA-Imaging-Labor mit dem modernsten verfügbaren Spectral-Imaging-System aufgenommen. Abbildungen in unterschiedlichen Wellenlängen enthüllen Tintenspuren und Eigenschaften der Fragmente, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, und liefern wertvolle Daten, die die Bewahrung der Rollen überwachen helfen.. Zusätzlich zu diesen drei Kategorien zeigt die Website auch hochwertige digitale Farbbilder von Platten, die im Rahmen des IAA-Dokumentations- und Erhaltungsprozesses gemacht wurden.

1. Bei den PAM (Palestine Archaeological Museum)-Negativfilmen handelt es sich um Infrarot-Negative, die in den 1950er Jahren aufgenommen wurden.. Sie sind in schwarz-weiß gehalten, wurden im IAA-Archiv von 40.059 bis 44.361 nummeriert und mit den qualitativ hochwertigsten optischen Linsen eingescannt.

2. Die fünf Infrarotbereiche haben die Wellenlägen 706, 728, 772, 858 und 924 nm und befinden sich jenseits der Grenze des menschlichen Sehens. Diese Infrarot-Bilder sind in schwarz-weiß abgebildet und enthüllen verblassten Text, der für das bloße Auge unsichtbar geblieben wäre.

3. Die Vollspektrum-Farbaufnahmen kombinieren sieben Wellenlängenbereiche im sichtbaren Spektrum zwischen 445 und 704 Nanometer. Sie wurden mit einem X-RiteColorChecker kalibriert, um eine Farbgenauigkeit zu erreichtn, wie sie von keinerStandard-Farbkamera gewährleistet werden könnte.

Aus welchen Epochen stammen die Texte?

Eisenzeit1200-586 v.d.Z.
Persisch539-332 v.d.Z.
Hellenistisch/Römisch332 v.d.Z.-324 n.d.Z.
Frühhellenistisch332-165 v.d.Z.
Hasmonäisch165-37 v.d.Z.
Herodianisch37 v.d.Z.-73 n.d.Z.
Römisch63 v.d.Z.-324 n.d.Z.
Byzantinisch324-638 n.d.Z.
Islamisch638-1099 n.d.Z.
Kreuzfahrer1099-1291 n.d.Z.